Umweltmesse Öko-Trends in Gelnhausen findet nicht mehr statt – Zu geringes Interesse seitens geeigneter Aussteller

Die Umweltmesse Öko-Trends in Gelnhausen findet nicht mehr statt. Das teilten die Veranstalter, die Stadt Gelnhausen und der BUND Gelnhausen, jetzt mit. Die Entscheidung sei einzig dem abnehmenden Interesse geeigneter Aussteller geschuldet, es handele sich dabei nicht um eine politische Entscheidung, betonen Bürgermeister Thorsten Stolz und Dr. Stephan Consemüller, Vorsitzender des BUND Gelnhausen. Seit 2001 wurde die Umweltmesse Öko-Trends erfolgreich von der Stadt Gelnhausen und dem BUND Gelnhausen veranstaltet.

Die Messe hatte das Ziel, ausschließlich zukunftsfähige Produkte und Dienstleistungen für den gesamten Lebensbereich anzubieten und durch Vorträge auf die Notwendigkeit einer ökologischen Ausrichtung der Lebens- und Wirtschaftsweise der Bevölkerung hinzuweisen. Über Jahre wurde die Öko-Trends als ein Beitrag zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ durch die UNESCO anerkannt. „Wenn die Zahl der interessierten Aussteller mit Angeboten an zukunftsfähigen Produkten und Dienstleistungen sinkt und damit eine erfolgreiche Durchführung dieser Messe in Frage gestellt wird, müssen Konsequenzen daraus gezogen werden“, so Dr. Stephan Consemüller. Nach intensiven gemeinschaftlichen Überlegungen und Gesprächen hätten sich die Veranstalter entschlossen, die für dieses Jahr und die folgenden Jahre geplanten Umweltmessen abzusagen. „Dies war keine politische Entscheidung“, betonen Consemüller und Bürgermeister Thorsten Stolz. Die Stadtverordneten hätten noch im März dieses Jahres einmütig für einen jährlichen Veranstaltungsrhythmus gestimmt. „Mit einem Blick auf das Angebot von Umweltmessen in Deutschland war diese, für uns bedauerliche Entwicklung, bereits absehbar: die beiden letzten Veranstaltungen in Gelnhausen waren schon die einzigen Umweltmessen in Deutschland mit dem Anspruch, nachhaltige Waren und Dienstleistungen zu zeigen, die den gesamten Lebensbereich betreffen. Inzwischen haben sich stärker differenzierte Messen zu den Themen Bauen und Energie, Gesundheit, Ernährung, Kosmetik und Wellness etabliert – leider nicht immer mit dem Blick auf Zukunftsfähigkeit“, bedauert Consemüller. „Die Angebote zur nachhaltigen Mobilität, Reisen, Textilien und Spielsachen – um einige zu nennen – haben noch immer kein allgemeines Interesse gefunden, so wichtig dies mit Blick auf den Klimawandel auch wäre.“ „Wir bedauern die Entscheidung, aber die Nachfrage seitens der entsprechenden Aussteller ist zu gering. Alles hat seine Zeit und die Messe hatte viele Jahre ihre Berechtigung. Aber es macht keinen Sinn, die Ausstellung künstlich am Leben zu erhalten. Im Rückblick war die Öko-Trends eine sehr erfolgreiche Veranstaltung. Viele zukunftsfähige Projekte nahmen hier ihren Anfang und das Bewusstsein für deren Notwendigkeit wuchs“, so Bürgermeister Thorsten Stolz. So habe die Stadt Gelnhausen neben Solaranlagen zur Stromerzeugung und den Solarpark im Stadtwald beispielsweise auch eine Anlage für Kraft-Wärme-Kopplung zur Heizenergie- und Stromgewinnung im Rathaus errichtet und die Stadtwerke Gelnhausen eine mit Biogas betriebene Anlage zur Fernwärmeerzeugung und Stromgewinnung in Betrieb genommen. Der Main-Kinzig-Kreis habe die vorbildliche Solarinitiative mit zahlreichen Photovoltaikanlagen auf kreiseigenen Gebäuden - zum Beispiel den Schulen - ins Leben gerufen. Stolz und Consemüller verweisen darüber hinaus auf zahlreiche private Einzelinitiativen im Sinne der Nachhaltigkeit. Die Stadt Gelnhausen und der BUND hoffen, dass sich diese ökologischen Trends fortsetzen und verbreiten – ganz im Sinn der Informationen und Angebote der Öko-Trend